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02. März 2026

Mehr Realitätssinn, weniger Platz in der Wohnung

Robert Kneschke - stock.adobe.com

Das Deutsche Institut der Wirtschaft (DIW) macht in seiner neusten Studie eine Trendwende auf dem deutschen Wohnungsmarkt aus: Nach Jahren des "Wachstums" werden Wohnungen wieder kleiner. Darüber berichtet der KSTA in der Ausgabe vom 27. Februar 2026. 

1965 lag die durchschnittliche Wohnungsgröße bei 69 Quadratmetern, 2024 waren es 94 Quadratmeter. Weil die Haushalte in diesen Jahren schrumpften, stieg die Wohnfläche pro Kopf auf einen historischen Höchststand, so das DIW. Doch die Neubauten werden wieder kompakter. Das zeigen amtliche Daten, die das DIW ausgewertet hat. Setzt sich der Trend fort, dürfte die durchschnittliche Wohnungsgröße bis 2050 auf 88,5 Quadratmeter sinken, rund sechs Quadratmeter weniger als heute.

Zwei Faktoren treiben die Entwicklung. Erstens leben immer weniger Menschen in einem Haushalt, besonders in Großstädten. Kleinere Haushalte brauchen weniger Platz. Zweitens sind die Immobilienpreise seit 2010 stark gestiegen. Viele können sich große Wohnungen nicht mehr leisten, für Bauträger sind kleinere Einheiten wirtschaftlich attraktiver.

Im Bestand dominieren noch größere Wohnungen, obwohl die Haushalte längst kleiner geworden sind. Die meisten Menschen leben nicht im Neubau, sondern in älteren Wohnungen. Dass Neubauten schrumpfen, werten die Studienautoren als Anpassung an gesellschaftliche Realitäten.

Der Trend zu kleineren Haushalten ist deutlich. 1950 lebten gut sechs Prozent der Menschen allein, 2022 fast 20 Prozent. Haushalte mit fünf oder mehr Personen machten 1950 noch 16 Prozent aus, 2022 waren es nur noch knapp vier Prozent. Entsprechend sank die durchschnittliche Haushaltsgröße von drei Personen im Jahr 1950 auf zwei im Jahr 2022.