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08. April 2026

KR: "Hilft Umbau von Büros gegen Wohnungsnot?"

In ihrer Ausgabe vom 4. April 2026 berichtete die Kölnische Rundschau (KR) über das Bundesprogramm "Gewerbe zu Wohnen", mit dem Bauministerin Verena Hubertz ab Juli 2026 die Umwandlung leerstehender Büro- und Gewerbeflächen in Wohnraum fördern möchte.

Damit sollen zusätzliche Wohnungen geschaffen, Leerstände reduziert und Gebäude klimafreundlich modernisiert werden. Auch in Köln wird darin ein möglicher Beitrag zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes gesehen.

Befragt wurde auch Stefan Rappen, Vorsitzender der Wohnungsbauinitiative Köln (WIK), der das "Umwandlungspotenzial" differenziert bewertete: Zwar seien viele Bürogebäude rechtlich und technisch grundsätzlich umnutzbar, wirtschaftlich rechne sich dies jedoch häufig nicht. Ein zentrales Problem seien die hohen Umbaukosten, die laut Studien meist zwischen 1.500 und 2.500 Euro pro Quadratmeter liegen, je nach Zustand des Gebäudes aber darüber hinausgehen können. Vor diesem Hintergrund falle die staatliche Förderung von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit in vielen Fällen kaum ins Gewicht.

Hinzu kommen bauliche Herausforderungen, erläuterte Rappen: Typische Bürogrundrisse mit großer Gebäudetiefe und Mittelgängen lassen sich nur mit erheblichem Aufwand in Wohnungen mit ausreichender Belichtung umwandeln. Selbst wenn eine Umnutzung gelingt, entstehen laut Rappen häufig Wohnungen im höherpreisigen Segment. Die Maßnahme könne die Wohnungsnot daher zwar punktuell lindern, sei aber „kein Gamechanger für bezahlbares Wohnen“. Auch planungsrechtliche Hürden stünden einer Umnutzung oft entgegen: In vielen Gewerbe- und Bürogebieten sei Wohnnutzung gar nicht oder nur eingeschränkt zulässig. Zudem erfordere eine Nutzungsänderung umfassende Genehmigungsverfahren, etwa in Bezug auf Brand- und Schallschutz, Belichtung oder Stellplätze. In vielen Fällen müssten sogar Bebauungspläne angepasst werden.

Die Umwandlung von Büroflächen könne zwar ein ergänzender Baustein zur Schaffung von Wohnraum, so Rappen. Die Wirkung bleibe jedoch begrenzt. Häufig sei es wirtschaftlicher, bestehende Gebäude abzureißen und neu zu bauen.